Stadtbefestigung Friesach


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Standort:  N 46°57.175  E 14°24.385
9360 Friesach

Parkplatz: N 46°57.170  E 14°24.260
kleiner Parkplatz an der Stadtgrabengasse

Gehzeit: 30 Minuten
der Stadtmauer entlang rund um Friesach

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.friesach.at


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Ein Unikat des Ortes war die Doppelmarktsituation im 12. Jahrhundert. Am Fuße des Virgilienberges wurde zwischen 1124 und 1300 der ursprünglich weiter südlich gelegene Gurker Markt Friesach, der auf Besitzungen der Heiligen Hemma zurückgeht, aufgebaut.

Damit gab es im Ort zwei getrennte Märkte mit zwei Marktherren, dem Bischof von Gurk und dem Erzbischof von Salzburg. Dieser konnte sich letztendlich im frühen 13. Jahrhundert als alleiniger Marktherr durchsetzen. Der Markt im Jahre 1215 zur Stadt erhoben. Seine Blütezeit erlebte Friesach unter Erzbischof Eberhard II (1200 - 1246) und entwickelte sich zur zweitgrößten Stadt des Erzstiftes Salzburg und zur wichtigsten Stadt Kärntens.

Friesach war nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein religiöses Zentrum dieser Zeit. Ende 13. Jahrhunderts wurde die Stadt nach Auseinandersetzungen der Salzburger Erzbischöfe mit den Habsburgern und Böhmen innerhalb weniger Jahrzehnte dreimal erobert, geplündert und zerstört. Die Stadt blieb bis 1803 im Besitz der Salzburger Erzbischöfe, verlor aber an Bedeutung und konnte an die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit während des Mittelalters nicht mehr anknüpfen.

Der erste Mauerring der Stadtbefestigung wurde bereits um 1200 erbaut. Doch dieser ließ sich wegen seiner Weitläufigkeit nur schwer verteidigen und die Stadt Friesach wurde in den Jahren 1275, 1289 und 1292 dreimal erobert. Noch im 13. Jahrhundert fiel der Entschluss zur Erbauung der neuen, kleineren Ringmauer. Die Stadtbefestigung besteht aus der eigentlichen, zehn bis elf Meter hohen Mauer und einer in etwa neun Meter davor liegenden niedrigeren Zwingmauer. Dazwischen liegt der aus Grundwasser gespeiste Wassergraben. Daran schließt ein etwa 15 Meter breiter und fast zehn Meter tiefer Stadtgraben an. Die unteren Mauerteile stammen aus dem späten 13. Jahrhundert, jüngere Abschnitte aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts, der Großteil der Zwingermauer und die Zinnenbekrönung aus dem 15. Jahrhundert. Neben dem nördlichen Neumarkter Tor, dem östlichen Olsator und dem südlichen St. Veiter Tor besaß die Befestigung hangseitig westlich des Virgilienberges das Heidentor und zwischen Rotturm und Petersberg das Sacktor, welches heute noch besteht. Das St. Veiter und das Neumarkter Tor wurden im Zuge der Straßenverbreiterung 1845 abgetragen, 1873 das Olsator nach Errichtung des Bahnhofs.

Weitere Informationen:


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