Stift Millstatt


millstatt_u_01.jpg

Standort:  N 46°48.255  E 13°34.220
9872 Millstatt, Stiftgasse 1

Parkplatz: N 46°48.275  E 13°34.130
Parkplatz vor dem Stift

Gehzeit: 0 Minuten


Besichtigung: teilw. frei zugänglich

Links: www.kath-kirche-kaernten.at / www.millstatt.at


millstatt_u_00.jpg

Das Stift Millstatt ist eine Gründung der Brüder Aribo II, eines vormaligen Pfalzgrafen, und Poto aus dem bayerischen Geschlecht der Aribonen. Die Gründung dürfte nur die Jahre 1060 bis 1077 und 1086 bis 1088 fallen, wobei die Forschung zu dem früheren Zeitfenster tendiert. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass lange vor dem von Aribo und Poto gegründeten Kloster bereits zur Zeit der Karolinger ein Kloster in Millstatt existiert hat.

Der erste urkundlich fassbare Abt ist Otto I, der von 1122/24 bis 1166 nachhaltig wirkte und zuvor Prior des Stifts Admont war. Lange galt Gaudentius aus dem Kloster Hirsau im Schwarzwald als erster Abt, der zwischen 1091 und 1105 zum Abt von Millstatt gewählt worden sein soll.

1122 stellte der Pfalzgraf Engilbert, ein Bruder des ersten Grafen von Görz, Meinhard I, das Kloster unter den Schutz des Papstes. Davor war es ein Eigenkloster der Stifterfamilie gewesen. Die von Papst Calixt II ausgestellte Urkunde, in der er Millstatt unter den Schutz des Heiligen Stuhles nimmt, ist zugleich die älteste erhaltene Urkunde, das Kloster betreffend. Zugleich wurde es als Benediktinerkloster genannt, war aber wohl schon als solches gegründet worden. Erbvögte des Klosters blieben bis zu ihrem Aussterben 1389 die Grafen von Görz. Die aus dem Reformkloster Admont berufenen Äbte Otto und Heinrich II (1166 bis nach 1177) brachten Millstatt sowohl zu wirtschaftlicher als auch zu kultureller Bedeutung, die bis ins 15. Jahrhundert hinein bestehen bleiben sollte. Zwischen 1274 und 1291 wurde das Kloster durch einen Brand zerstört und um 1291 unter Abt Otto IV wiederaufgebaut.

Vögte waren nach den Görzern die Grafen von Ortenburg, ab 1420 die Grafen von Cilli. Nachdem der letzte Graf von Cilli, Ulrich II von Cilli, im Jahr 1456 ermordet worden war, brachte Kaiser Friedrich III die Vogtei in seinen Besitz. Auf Betreiben Friedrichs wurde das Benediktinerkloster 1469 durch den päpstlichen Kommissär Bischof Michael von Pedena aufgelöst und gleichzeitig der erste Hochmeister des Georgsordens in sein Amt eingeführt. Die Gründung des St. Georgs-Ritterordens geht auf ein Gelübde zurück, das Friedrich III während der Belagerung der Wiener Hofburg durch aufständische Bürger 1462 abgelegt hatte. 1468 machte sich der Kaiser samt Gefolge auf den Weg nach Rom, um seine Anliegen bei Papst Paul II vorzutragen, dessen Bestätigung er für die Gründung des Ordens benötigte. Der Papst willigte ein und erließ am 1469 die Stiftungsbulle für den St. Georgs-Ritterorden. Als erster Hochmeister des Ordens wurde Johann Siebenhirter bestimmt. 1469 durch Bischof Michael von Pedena als päpstlichen Legaten in sein Amt eingeführt. Der wichtigste Auftrag des Ordens war, für eine wirksame Abwehr der Türkengefahr zu sorgen.

Maximilian, der dem St. Georgs-Ritterorden ab 1511 selbst angehörte, war der letzte Förderer des Ordens. Nach Maximilians Tod im Jahr 1519 zeigte dessen Nachfolger Karl V wenig Interesse für den Orden. Das Kloster und seine Besitztümer wurden vernachlässigt, der Orden löste sich bei schwindendem Besitzstand nach und nach auf. 1598 wurde das wahrscheinlich leerstehende, von den Georgsrittern verlassene Stift Millstatt, durch Erzherzog Ferdinand II den Jesuiten übertragen. Mit dem so genannten Jesuitenverbot das 1773 von Clemens XIV ausgesprochen wurde, wurde auch der Millstätter Jesuitenorden aufgehoben. Damit war das Ende des Stifts Millstatt als Kloster besiegelt. Die Kärntner Herrschaft des aufgehobenen Klosters wurde der staatlichen Studienfondsgesellschaft unterstellt und ein Kameralpfleger wurde mit der Verwaltung beauftragt. Die Stiftsgebäude verfielen in den folgenden Jahren zusehends. Erst der 1844 von Gottlieb von Ankershofen gegründete Geschichtsverein für Kärnten weckte das wissenschaftliche Interesse an Millstatt und begann mit denkmalpflegerischen Arbeiten.

Unter den Hochmeistern Johann Siebenhirter (1469 bis 1508), Johann Geumann (1508 bis 1533) und Wolfgang Prantner (1533 bis 1541) wurde das Kloster durch wehrhafte Ringmauern und ein Ordensschloss befestigt. Der langgestreckte Wohn- und Repräsentationsbau beeindruckt bis heute vor allem durch die beiden wuchtigen Wehrtürme, die ihn im Osten und Westen begrenzen.

Weitere Informationen: Wikipedia


millstatt_01.jpg millstatt_02.jpg millstatt_03.jpg millstatt_04.jpg millstatt_05.jpg millstatt_06.jpg millstatt_07.jpg millstatt_08.jpg millstatt_09.jpg millstatt_10.jpg millstatt_11.jpg millstatt_12.jpg millstatt_13.jpg millstatt_14.jpg millstatt_15.jpg millstatt_16.jpg millstatt_17.jpg millstatt_18.jpg millstatt_19.jpg millstatt_20.jpg millstatt_21.jpg millstatt_22.jpg millstatt_23.jpg millstatt_24.jpg millstatt_25.jpg millstatt_26.jpg millstatt_27.jpg