Stift Ossiach


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Standort:  N 46°40.640  E 13°58.950
9570 Ossiach

Parkplatz: N 46°40.550  E 13°59.015
Parkplatz vor dem Stift

Gehzeit: 1 Minute


Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.ossiach.gv.at / www.pfarre-ossiach.at


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Das Gebiet des Ossiacher Sees gehörte zu den Gebieten, die 878 von König Karlmann als Hof Treffen dem Kloster Ötting geschenkt wurde. Ende des 10. Jahrhunderts kam der Hof Treffen an den Bischof von Passau, später an Kaiser Heinrich II Dieser übertrug den Hof an den Grafen Ozi.

Über die Entstehung des Klosters ist wenig bekannt, da keine Urkunden überliefert sind. Die Gründung erfolgte kurz vor 1028 durch Ozi und seine Gemahlin. Die ersten Mönche sollen aus dem bayerischen Kloster Niederaltaich gekommen sein. Erster urkundlich belegter Abt war Wolfram, ein Mönch aus Niederaltaich. Das Stift Ossiach war zuerst ein Familienkloster nach Eigenkirchenrecht. Über dieses konnte der Stifter selbst frei verfügen.

Ozi hatte zwei Söhne, Ozi II und Poppo. Letzterer war Patriarch von Aquileja. Er versuchte, das Stift, das im salzburgisch beeinflussten Teil Kärntens lag, unter den Einfluss seines Patriarchats zu stellen. Dies wurde ihm 1028 von Kaiser Konrad II bestätigt. Diese Stellung Ossiachs als Eigenkloster Aquilejas blieb bis in das 13. Jahrhundert aufrecht. Das Stift unterstand zwar dem Patriarchat Aquileja, die Vogtei über das Stift verblieb aber in der Stifterfamilie. Der letzte direkte Nachkomme Ozis, Graf Otto von Cordenons, vermachte seine Güter und Rechte, somit auch die Vogtei, seinem Verwandten Markgraf Ottokar II von Steiermark. Wie die Steiermark ging die Vogtei 1192 an die Babenberger über, und 1282 an die Habsburger. Diese übertrugen die Vogtei zeitweise an Herzog Meinrad II von Görz-Tirol.

1267 erhielten die Äbte von Ossiach vom Patriarchen von Aquileja den Titel eines "Erzpriesters des Rosentales". Diesen Titel hatten sie bis zur Klosteraufhebung inne. Im Laufe des Hochmittelalters vollzog sich jedoch eine langsame Loslösung des Stiftes vom Patriarchat und eine Wendung hin zum Erzbistum Salzburg. Die kirchenrechtlichen Ansprüche Aquilejas endeten etwa 1280. 1343 erneuerte Herzog Albrecht das herzogliche Schutzprivileg für das Stift. Unter Abt Ulrich I (13921437) wurde den Ossiacher Äbten von Papst Bonifaz IX Mitra und Pontifikalien verliehen. Abt Andreas I erlangte 1436 von Herzog Friedrich für Ossiach die Niedere Gerichtsbarkeit.

Zur Zeit der Türkeneinfalle, im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts wurde das Stiftsgebäude mit einer Wehrmauer mit Türmen und Schießscharten umgeben. Das Kloster selbst dürfte aber nie überfallen worden sein. 1484 wurden Kloster und Kirche durch ein Feuer praktisch völlig zerstört. Abt Daniel Krachenberger (14841496) begann mit dem Wiederaufbau. Unter seinem Nachfolger Erasmus Töttrer (14961510) erfolgte am 5. September 1500 die Weihe von fünf Altären der Kirche durch Bischof Erhard von Lavant. Abt Andreas Hasenberger (15251555) ließ Gebäude erneuern und eine Prälatur errichten.

Unter Hermann Ludinger (17371753) erhielten Stift und Kirche im Wesentlichen ihr heutiges Erscheinungsbild. Er ließ das Stift barock umbauen. Am 5. Dezember 1782 erging durch die Wiener Hofkanzlei der Befehl Kaiser Josephs II an die Landeshauptmannschaft über die Aufhebung des Stiftes Ossiach. Die Aufhebung erfolgte dann im Frühjahr 1783. Von der Aufhebung bis 1810 war der nun Schloss genannte Komplex Sitz der Bezirksleitung des Religionsfonds. Danach wurde es an das Militär verpachtet und als als Kaserne bzw. Gestüt verwendet. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 übernahm der Deutsche Reichsforst die Gebäude. Nach 1945 waren hier zunächst britische Truppen einquartiert.

Nach dem Abzug der Briten übernahmen 1947 die Österreichischen Bundesforste das Stift. Es folgte eine Generalsanierung von Kirche und Stiftsgebäuden, die sich bis in die 1970er Jahre zog. Seit der Gründung des Carinthischen Sommers 1969 sind die Stiftskirche sowie der Barock- und Rittersaal im Stift Veranstaltungsorte dieses Musikfests. Seit 1996 befindet sich das Stift im Eigentum des Landes Kärnten.

Weitere Informationen: Wikipedia


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