Schloss Straßburg


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Standort:  N 46°53.850  E 14°19.810
9341 Straßburg, Schloßweg 6

Parkplatz: N 46°53.845  E 14°19.745
Parkplatz vor dem Schloss

Gehzeit: 1 Minute


Besichtigung: Mai bis September

Links: www.strassburg.at


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1072 gründete Erzbischof Gebhard von Salzburg das Bistum Gurk. Bischof Roman I errichtete um 1147 die Straßburg. Von seinem Bau ist noch der Ostturm mit der zweigeschossigen Burgkapelle erhalten.

Im 12. Jahrhundert führte eine Bischofswahl zum zweijährigen blutigen Kampf zwischen den beiden Kandidaten. Hermann Graf von Ortenburg wurde 1179 von den Truppen Erzbischofs Konrad III zwei Monate lang belagert. Es gelang ihnen schließlich, die Straßburg einzunehmen und anschließend zu schleifen. 1189 war sie wieder aufgebaut. Bischof Gerold baute zwischen 1326 und 1333 die Anlage weiter aus. Die Burg wurde von Burghauptleuten betreut, die auch die hohe Gerichtsbarkeit hatten.

Vor 1368 dürfte ein Brand große Teile der Burg vernichtet haben. Da sich die Gurker Bischöfe in späterer Folge hier immer weniger aufhielten, verfiel die Burg allmählich. Erst Bischof Ulrich III von Sonnenberg ließ um die Mitte des 15. Jahrhunderts die Gebäude wieder aufbauen und erweitern. In der Renaissancezeit ließen die Bischöfe Anton Salamanca-Hoyos, Johann VI von Schönburg und Urban Sagstetter weitere Wiederherstellungs- und Ergänzungsarbeiten vornehmen. Bischof Christoph Andreas Freiherr von Spaur ließ gegen Ende des 16. Jahrhunderts das Stall- und Kastengebäude sowie den Verbindungstrakt zur Burg errichten. 1650 kam es zu einem neuerlichen Brand. Bischof Johannes VII Jakob Lamberg ließ den zweistöckigen Südtrakt aufführen und sein Nachfolger Sebastian Graf Lodron ließ den Treppenturm, der die Verbindung zwischen dem Südtrakt und dem Altbau herstellte erbauen.

Die folgenden Bischöfe residierten nicht auf der Straßburg, was zu einer neuerlichen Verfallperiode führte. Erst Kardinal Johannes VIII Freiherr von Goess erwies sich als ihr Retter. Johann Payr aus St. Lambrecht vollendete den prächtigen Arkadengang im Hof. Er schuf auch 1685 die beiden Barockportale des ersten und zweiten Burgtores. Nun war endgültig aus der Burg ein Schloss geworden. Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert begann der neuerliche Verfall. Schuld daran war wieder die lange Abwesenheit der Gurker Bischöfe, aber vor allem das schwere Erdbeben von 1767. Nachdem 1783 die Residenz der Bischöfe nach Schloss Pöckstein verlegt worden war, verfiel das Schloss mehr und mehr. 1856 und 1904 kam es durch Blitzschlag zu Bränden, diese machten die Straßburg endgültig zur Ruine. 1954 wurde aus Sicherungsgründen sogar ein Demolierungsbescheid erlassen.

1955 wurde in Klagenfurt die „Gesellschaft der Freunde der Straßburg“ gegründet, der es gelang, Bistum, Land und Staat für einen Wiederaufbau zu interessieren. In fast dreißigjähriger Arbeit konnte das Schloss großteils wiederhergestellt werden. Heute finden im Schloss zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Als ständige Einrichtung wurde ein Heimat- und Jagdmuseum geschaffen. Das Schloss ist nach wie vor im Besitz des Bistums Gurk.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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