Stadtbefestigung Villach


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Standort:  N 46°36.770  E 13°50.645
9500 Villach

Parkplatz: N 46°36.950  E 13°50.630
Parkplatz vor der Burg

Gehzeit: 2 Minuten
von der Burg hinauf zur Stadtmauer

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.villach.at


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Der Karolinger König Karlmann schenkte 878 dem bayerischen Kloster Öttingen den Königshof Treffen. Dabei wurde der aus vorrömischer Zeit stammende Name Villach erstmals als "ad pontem Uillach" urkundlich erwähnt. 979 wurde der Königshof Villach von Kaiser Otto II an Bischof Albuin von Säben als Lehen vergeben. Von 1007 bis 1759 war Villach im Besitz des Hochstifts Bamberg.

1060 erhielt Villach das Marktrecht, als Stadt ist Villach mindestens seit 1240 urkundlich erwiesen. 1759 wurde Villach von Kaiserin Maria Theresia zusammen mit allen anderen bambergischen Besitzungen in Kärnten für Österreich gekauft. Während der napoleonischen Zeit war Villach Kreisstadt innerhalb der französischen Provinzen. Die Stadt wurde 1813 von Österreich zurückerobert.

Wie vieles in der an Schriftquellen armen Frühzeit liegen auch die Anfänge der Villacher Stadtbefestigung im Dunkeln. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadtmauer im Jahr 1233. Im Zuge der Befestigung der Stadt wurde auch die Burg Villach, die deren nordöstliche Ecke bildete, erbaut. Während die Mauer etwa bei Lageangaben von Häusern und Hofstätten in der folgenden Zeit mehrfach erwähnt wird, ist über diese wichtige Verteidigungsanlage in den Stadtrechten von 1392, von 1423 und 1465 nahezu nichts enthalten. Beim großen Erdbeben 1348 wurde die Befestigung angeblich bis auf elf Zinnen zerstört. In der 1351 von Bischof Friedrich gewährten Steuerbefreiung wird der Wiederaufbau der Stadtmauer ausdrücklich vorgesehen, wozu der bischöfliche Stadtherr überdies Geld und Baumaterial beizustellen versprach.

Bei der großen Bewährungsprobe im Jänner 1425, als die Truppen Hermanns von Cilli einen heftigen Angriff auf Villach führten, hielten die aufopfernd verteidigten Stadtmauern stand und wiesen offenbar keine deutlichen Schwachstellen auf. Bei den Streifzügen der Türken in den Jahren 1473 bis 1483 bewährten sich die Mauern neuerlich, da die türkischen Reiterscharen jeden Angriff auf starke Befestigungen unterließen. Wegen der zusätzlich durch den damaligen Ungarnkrieg gefährlichen Zeiten war 1482 der vor der Stadtmauer verlaufende Stadtgraben vergrößert worden. Eine letzte größere Ausbauphase der Villacher Stadtbefestigung folgte in den Jahren zwischen 1505 und 1510. In späterer Zeit wurde die Mauer zwar instandgehalten und jene Brandschäden ausgebessert, die bisweilen an den hölzernen Bauteilen entstanden.

Während Villachs französisch-illyrischer Zeit hat die Stadt im Jahr 1811 die überflüssig scheinende Mauer samt allen Türmen und dem Zwingergraben aufgelassen, parzelliert und verkauft. Dies hatte zur Folge, dass die mittelalterliche Befestigung, die durch Jahrhunderte das Stadtbild geprägt hatte, rasch bis auf sehr geringe Spuren verschwunden ist. Das vorerst noch verbliebene "Untere Stadttor" wurde als Verkehrshindernis beim Neubau der Draubrücke im Jahr 1885 gleichfalls abgetragen.

Weitere Informationen: Wikipedia


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