Wehrkirche Wiesmath


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Standort:  N 47°37.095  E 16°17.240
2811 Wiesmath, Hauptplatz 1

Parkplatz: N 47°37.085  E 16°17.220
an der Straße vor der Kirche parken

Gehzeit: 0 Minuten


Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.pfarrewiesmath.at


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Die heutige Kirche wurde ursprünglich als Burg erbaut. Ihre Besitzer, die Herren von Schlatten, stifteten sie nach 1300 einem Vikariat der Pfarre Bromberg, das dem Erzbischof von Salzburg unterstand. Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrkirche zu Wiesmath erfolgte um 1350.

Das ursprüngliche aus Holz gebaute "feste Haus" wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts aus Stein errichtet. Nach der Umwidmung zur Kirche wurde das Langhaus durchbrochen, mit einem Triumphbogen ausgeschmückt und der Chor angebaut. Der Schöpfer der Kirchenbefestigung war vermutlich der Wr. Neustädter Stadtzeugmeister Sebald Werpacher (gest. 1503), der auch in der Umgebung als Baumeister tätig war.

Die Befestigung der Kirche erfolgte auf einfache Weise, indem man auf die Mauerkrone Wehrerker setzte, die aus der Dachschräge hervorragten. Die Befestigung der Kirchhofes mit einer Mauer und einem Viehhof war in der Buckligen Welt einzigartig. Der Zugang erfolgte über einen Torturm mit Zugbrücke. Die sogenannte "Kirchenlacke", ein mit Regenwasser vom oberen Ort gespeister Wassergraben hat den Kirchhof umgeben. 1529 fanden die ersten Türkeneinfälle in Wiesmath statt. Auch im Jahr 1683 hatte der Ort unter den Einfällen der Türken zu leiden. Als Zufluchtsorte galten die Wehrkirche in Wiesmath und die Burg Stickelberg. Im Jahr 1702 begannen die Kuruzzen mit ihren Einfällen. Die Wiesmather Bevölkerung flüchtete wieder in die Kirche und von da aus nach Stickelberg in eigens hergestellten unterirdischen Gängen.

Der Wehrkirchenhof war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch fast vollkommen erhalten. Auch der Wassergraben bestand bis zum Jahr 1874. Nach der Franziszeischen Aufnahme von 1822 hatte dieser den Kirchhof noch auf drei Seiten umgeben. Statt dem Torturm mit Zugbrücke bildet heute ein eisernes Gittertor zwischen zwei Pfeilern den Eingang in den Kirchhof. 1955 wurde auf der Straßenseite in die Kirchhofmauer ein Stiegenaufgang eingebaut. Die Kirchhofmauer, welche 1951 einen Verputz erhielt, ist innen nirgends mehr höher als 96 cm. Nach außen ist sie, durch mehrere Mauerpfeiler gestützt, 3,45 m hoch. Einen Anhaltspunkt über die frühere Mauerhöhe gaben bis 1938 zwei Balkenlöcher, von denen eines für einen Stützträger, das zweite in der Höhe von 126 cm für einen Tragbalken des Wehrganges vorgesehen war.

Weitere Informationen:


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