Wehrkirche Würflach


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Standort:  N 47°46.435  E 16°03.255
2732 Würflach

Parkplatz: N 47°46.395  E 16°03.230
Parkplätze vor dem Friedhof

Gehzeit: 0 Minuten


Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.wuerflach.at


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Die Pfarrkirche St. Anna in Würflach ist schon im 13. Jahrhundert als Wehrkirche erbaut worden. Sie wurde1353 urkundlich als Filiale der Pfarrkirche St. Lorenzen am Steinfeld genannt. Wahrscheinlich wurde über einem romanischen Vorgängerbau (urkundlich 1204) in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine spätgotische Kirche erbaut.

Die Kirche wurde 1617 gemeinsam mit St. Lorenzen dem Stift Neukloster inkorporiert. 1683 entstanden beim Türkenkrieg schwere Schäden. In der Folge wurde das Bodenniveau angehoben und 1685 mit dem Wiederaufbau begonnen. 1743 wurde der Kirchenbau neu gewölbt. 1881 ging die inkorporierte Kirche mit dem Stift Neukloster an das Stift Heiligenkreuz. 1983 wurde die Kirche restauriert.

Von der ersten romanischen Kirche sind nur zwei Steine übrig geblieben, die heute an der Westmauer der Pfarrkirche als "Christus-Salvatorkopf" und an der westlichen Friedhofsmauer als "Sonnenkopf" zu sehen sind. Der Umbau von der romanischen in die gotische Kirche erfolgte wahrscheinlich 1479. Kirche und Wehrkirche sind vermutlich in dieser Zeit von Sebald Werpacher, dem Stadtzeugmeister von Wiener Neustadt erbaut worden. Die Pfarrkirche war demnach zu einer Wehrkirche ausgebaut worden. Ringsum schützte die Kirchhofsmauer mit Ausschusslöchern, Schießscharten, Zinnen und Türmchen als Verteidigungswall die Kirche. Die Höhe der Wehrmauer betrug überall vier Meter über dem Boden und ist an der Westseite erhalten geblieben.

An der Innenseite der Mauer verlief in einer Höhe von etwa zwei Metern ein hölzerner Wehrgang und darüber waren handgerecht die Schießscharten angebracht. An anderen Mauerresten sind noch Schlüsselscharten und Löcher für die Tragbalken des Wehrganges zu erkennen. Die südseitige Wehrmauer ist bei der Erweiterung des Friedhofes bis auf den Grund abgetragen worden, war aber 1840 noch in voller Höhe erhalten. Die Südwestecke des Wehrkirchhofes ist durch einen Dreiviertelrundturm (Rondelle) mit Schlüssellöchern bewehrt. 1840 besaß der Turm noch ein Obergeschoß und einen dachlosen gezinnten Abschluss.

Auch die Kirche war zur Verteidigung eingerichtet. Über den Eingängen sowie über der östlichen Chorseite sprangen Gusserker vor, von denen heute nur noch die Kragsteine erhalten geblieben sind. Die kleine spätgotische Kirche direkt neben der Pfarrkirche kann als Werk Werpachers angesehen werden. Das Kirchlein war ursprünglich in die Verteidigungsmauer gegen Süden hin eingefügt gewesen. Die Südmauer zwischen dieser befestigten Kirche und der Westmauer bis zum Rondell wurde nach 1840 komplett abgetragen.

Weitere Informationen:


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