Schloss Ebelsberg


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Standort:  N 48°14.800  E 14°19.700
4030 Linz, Ebelsberger Schloßweg 7

Parkplatz: N 48°14.720  E 14°19.890
Parkplatz unter dem Schloss

Gehzeit: 1 Minute
vom Parkplatz der Straße entlang hinauf zum Schloss

Besichtigung: das Museum ist von Juni bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen von 10.00 bis 12.00 und 13.00 bis 17.00 geöffnet

Links: www.schloss-ebelsberg.at / www.linz.at


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Der Ort Ebelsberg scheint unter der Bezeichnung "Ebilisperch" im Jahr 1071 erstmals auf. Dem Bistum von Passau gelang es in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine weitverzweigte Herrschaft in Oberösterreich aufzubauen. Aus dieser Zeit stammt auch die erste urkundliche Erwähnung eines Wehrbaues in Ebelsberg. 1154 stellte Bischof Konrad von Passau hier eine Urkunde aus.

Mit "Tultinch de Ebilsperge" wird 1215 erstmals ein bischöflicher Pfleger erwähnt. Später war der Zoll, der an der im 13. Jahrhundert errichteten Brücke eingehoben wurde, eine wichtige Einkunftsquelle der Passauer Bischöfe. In einer Fehde zwischen Bischof Rüdiger von Passau und Herzog Friedrich II von Österreich ließ letzterer 1245 die Burg durch die Herren von Schaunberg erobern und zerstören.

Die danach erforderlichen Wiederaufbauarbeiten wurden 1256 unter Ortolf von Volkensdorf, der damals Pächter der Burg war, abgeschlossen. Ein Jahr später löste Erzbischof Otto von Lohnsdorf die Pfandschaft auf. Während Ebelsberg noch im 13. Jahrhundert in Konkurrenz zu Linz stand, verlor es im 14. Jahrhundert stark an wirtschaftlicher Bedeutung. Durch Verträge mit König Przemysl Ottokar II konnte das Bistum seine Besitzansprüche wieder festigen. Die Burg wurde zum Verwaltungszentrum seiner Besitzungen in Oberösterreich. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde Ebelsberg an Hans von Liechtenstein verpfändet. Als dieser beim Herzog in Ungnade gefallen war, gelangte die Herrschaft 1396 an Heinrich VI von Wallsee und 1398 wieder an den Passauer Bischof Georg von Hohenlohe.

Um 1445 hatte sich die Burg bereits in ein wohnliches Schloss verwandelt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts dürften sich die Passauer Bischöfe nicht sehr um ihre Burg gekümmert haben, denn Bischof Wolfgang Graf Salm ließ von 1542 bis 1546 durch seinen Pfleger Matthäus Unterrainer den Wiederaufbau des "verfallenen Hauses" vornehmen. 1586 wurde das Schloss durch einen Großbrand zerstört. Bischof Urban III von Trennstein ließ es anschließend wieder herrichten und vergrößern. Im Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 wurde Ebelsberg von den Aufständischen besetzt, wobei am Schloss schwere Schäden entstanden. 1658 wurde Ebelsberg an den bisherigen Pfleger verpachtet.

Während des Spanischen Erbfolgekrieges diente das Schloss 1703 als Lazarett. Im Österreichischen Erbfolgekrieg hausten hier im Jahr 1741 kaiserliche Soldaten. Bei der Rückeroberung von Linz diente Schloss Ebelsberg dem Feldmarschall Andreas Ludwig Graf Khevenhüller als Hauptquartiert. 1797 fiel das Schloss neuerlich einem Brand zum Opfer. Mit der Säkularisierung von 1803 wurde Ebelsberg als österreichisches Staatsgut übernommen und von der kaiserlichen Hofkammer verwaltet. 1809 fanden um die Traunbrücke schwere Kämpfe zwischen österreichischen und französischen Truppen statt. Dabei gingen Teile des Schlosses wieder einmal in Flammen auf. Noch 1823 befand sich das Schloss in einem ruinösen Zustand.

Da der Staat die Kosten eines Wiederaufbaues scheute, wurde das Schloss 1825 an Karl Theodor Kast versteigert. Kast ließ es renovieren und gab ihm sein heutiges Aussehen. Schloss Ebelsberg gehört heute noch seinen Nachkommen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil des Gebäudes durch Bombentreffer beschädigt. 1977 wurde der Kulturverein Schloss Ebelsberg gegründet, der das Schloss langfristig pachtete und sich seither um seine Sanierung und Revitalisierung bemüht.

Weitere Informationen: Burgen Austria / Ebidat


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