Burgruine Freienstein (Leoben)


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Standort:  N 47°24.105  E 15°02.030
8792 St. Peter-Freienstein, Freiensteinweg 7

Parkplatz: N 47°24.025  E 15°01.995
kleiner Parkplatz im Bereich Hauptstraße Nr. 19

Gehzeit: 15 Minuten
der Straße vom Parkplatz hinauf zur Burgruine folgen

Besichtigung: meist nur von außen möglich

Links: www.stpfrst.at


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Die Aribonen, denen das Gebiet um St. Peter im 10. Jahrhundert gehörte, errichteten hier einen Wehrbau als Straßensperre. Die Burg kam im 12. Jahrhundert an die Traungauer, die Ministerialen als Burggrafen einsetzten. So scheint 1140 ein Ortwein von St. Peter auf. Die 1237 erstmals erwähnte Burg war landesfürstlich. Sie wurde bis weit in das 13. Jahrhundert hinein „Leoben“ genannt und diente als Verwaltungszentrum des Vordernberger Tales.

Auch ein Landgericht befand sich hier. Die landesfürstlichen Burggrafen nannten sich „von Leoben“. Noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts belehnten die Babenberger die Grafen von Pfannberg mit der Burg. Graf Bernhard beteiligte sich 1268 an der steirischen Adelsverschwörung gegen König Ottokar II.

Dies kostete ihm die Burg, die anschließend an die Familie Stadecker vergeben wurde. Jedoch erhielten sie die Pfannberger 1274 durch König Rudolf von Habsburg wieder zurück. Dies hinderte sie aber nicht, sich 1291 an einem weiteren Adelsaufstand, diesmal gegen Herzog Albrecht I, zu beteiligen. Nach den Zusammenbruch der Revolte durfte Graf Ulrich zwar die Burg behalten, doch musste er dem von ihm schwer geschädigten Stift Admont so hohe Entschädigungszahlungen leisten, dass er 1294 gezwungen war, die Burg und das Landgericht diesem zu verpfänden und schließlich zu verkaufen.

Admont veräußerte die Herrschaft bereits 1296 an Friedrich und Heinrich von Stubenberg. Diese sahen sich aber selbst hohen Forderungen des Herzogs Albrecht gegenüber und traten die Burg Leoben diesem an Zahlungsstatt ab. Der Herzog setzte vorerst wieder Pfleger ein, die zugleich als Landrichter tätig waren. 1399 hatte Hans Idungsberger beide Ämter inne. Er hatte zuvor die Burg Freienstein an der Donau als Pfandobjekt besessen und benannte die Burg Leoben nun in Freienstein um. Im 15. Jahrhundert wurde diese meist verpfändet oder an steirische Adelige verliehen. Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts war sie bereits stark verfallen, so dass sie restauriert werden musste.

1527 wurde Freienstein an Sigmund von Herberstein verpfändet. Bereits 1560 hatte der Verwalter Andree Klettenperger das günstiger gelegene Schloss Friedhofen als Wohnsitz bezogen. Da natürlich auch die Herberstein ihr prächtiges Familienschloss bevorzugten, geriet Freienstein neuerlich in Verfall. Als Kreidfeuerstation stand es aber noch 1596 in Verwendung. 1622 wurde die Herrschaft an den Freiherrn Gottfried von Stadl verkauft. Seine Witwe Johanna veräußerte die bereits unbewohnbar gewordene Burg 1652 dem Jesuitenkolleg in Leoben.

Dieses errichtete 1661 an ihrer Stelle eine der Muttergottes geweihte Kirche, die sich bald zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort entwickelte. Als der Jesuitenorden 1773 aufgehoben wurde, fiel die Herrschaft mit dem Burgberg und der Kirche an den staatlichen Studienfonds. Heute gehört die Kirche zur Pfarre St. Peter-Freienstein. Von der mittelalterlichen Burg blieb nach einem Umbau zu einer Wallfahrtskirche nur ein mächtiger Rundturm und das Torgebäude erhalten.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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