Burgruine Massenburg


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Standort:  N 47°22.530  E 15°05.830
8700 Leoben, Maßenbergstraße 38

Parkplatz: N 47°22.515  E 15°05.710
Parkplatz an der Gösser Straße auf Höhe Nr. 18

Gehzeit: 15 Minuten
über Dreihufeisengasse und Maßenbergstraße zur Ruine

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.tourismus-leoben.at


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Bereits um 960 stand hier ein einfacher hölzerner Wehrbau, der den Grafen von Leoben gehörte. Markgraf Aribo könnte der Erbauer der ersten Veste gewesen sein. Von den Aribonen kam diese an die Traungauer. Sie war also von Anfang an landesfürstlich und blieb es während ihrer gesamten Geschichte hindurch. Ihre Verwaltung und Verteidigung übernahmen vorerst landesfürstliche Ministerialen, die sich nach Leoben nannten.

1260 verlegte König Ottokar II die Siedlung Leoben in die besser zu verteidigende Murschleife. Zum besseren Schutz der Südseite wurde auf dem Massenberg das sogenannte Oberhaus errichtet. Der Name wurde zur Unterscheidung von der landesfürstlichen Burg gewählt.

1312 verzichteten die Brüder Wigand IV und Heinrich auf ihre Pfandrechte über das „Oberhaus von Leoben“. Erst nach dem Wegziehen der Massenburger wurde die Burg mit ihrem Namen bezeichnet. Sie wurde nun meist von landesfürstlichen Dienstmannen verwaltet, zu denen in erster Linie die Timmersdorfer zählten. Anfangs des 15. Jahrhunderts wird Peter Grader als Verwalter der Burg genannt. 1440 wurde die Herrschaft als Lehen an Christof Hofmann zu Formbach abgegeben. Als nächste Pfleger bzw. Lehensnehmer traten Hans von Malti (1494), Hans Gerhab (1502) und Hans Haug (1514) auf. Letzterer sollte den bereits stark vernachlässigten Wehrbau wieder instand setzen. Er erhielt jedoch 1518 die Burg Freienstein, so dass Kaiser Maximilian I die Massenburg Veit Zollner als Pfand übergeben konnte. Als Zollner 1528 die Herrschaft als erbliches Lehen bekam, begann er die Burg auszubauen und zu vergrößern. 1664 musste Hans Ludwig Zoller die Massenburg vorübergehend an das Stift Admont verpfänden.

Durch die zweite Heirat der Maria Johanna Franziska von Zollner wurde Hartmann Ludwig Berchtold von Neuhaus Herr der Massenburg. Die tatsächliche Macht hatte aber Johann Ernst Freiherr von Teufenbach, der Geliebte seiner Frau. Er überfiel schließlich den alten Herrn von Neuhaus und zwang ihn, das Schloss zu verlassen. Nach Ludwig Berchtolds Tod heiratete seine Witwe 1694 ihren Liebhaber. Als dessen Steuerrückstände zu groß wurden, erfolgte die Pfändung der Herrschaft. Sie wurde 1711 an Maria Anna Gräfin Wurmbrand übergeben. Unter den Grafen Wurmbrand erlebte die Massenburg ihre zweite Blütezeit. Erbschaftsstreitigkeiten und rasch wechselnde Besitzverhältnisse führten aber zu ihrem baldigen Niedergang. 1806 war Alois Graf Trautmannsdorf Schlossherr. Seinem Sohn Weichart folgte 1845 Franz Karl Graf Wurmbrand, dann 1855 Karl Graf Stürckh und schließlich 1872 Karl Leopold Graf Galler.

Noch um 1810 war das Schloss eine stattliche Anlage. Kurz danach war es aber angeblich bereits baufällig, was Graf Alois von Trautmannsdorf veranlasste, es um 1820 komplett abzutragen. Als Graf Karl Leopold Stürckh 1860 zum letzten Mal die Massenburg als landesfürstliches Lehen erhielt, waren von ihr nur mehr die Grundmauern vorhanden. Erst 1937 besann sich die Stadt Leoben ihres historischen Erbes und ließ die noch vorhandenen Bauteile freilegen und teilweise rekonstruieren. Noch 1942 wurde die strategisch günstige Lage der einstigen Burg genützt und hier eine Luftbeobachtungsstelle eingerichtet. Diese wurde von russischen Flugzeugen bombardiert, was weitere Zerstörungen auslöste. Heute befindet sich das Ruinengelände im Besitz der Stadtgemeinde Leoben. Diese ließ eine neuerlichen Restaurierung im Jahr 2000 durchführen.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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