Burgruine Obervoitsberg


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Standort:  N 47°03.115  E 15°09.055
8570 Voitsberg, Schlossberggasse 5

Parkplatz: N 47°03.145  E 15°09.055
direkt vor der Burg

Gehzeit: 0 Minuten


Besichtigung: meist nur von außen möglich

Links: www.voitsberg.at


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Der steirische Landesherr Otakar IV veranlasste aber 1173 Gottfried von Dürnstein, einen Dienstmann des Stiftes St. Lambrecht, oberhalb der Kainachenge auf dem Stiftsgrund eine Burg zu errichten, von der man die wichtige Straße von Graz nach Judenburg kontrollieren und bei Bedarf sperren konnte. Diese Burg war landesfürstlicher Besitz und wurde 1183 erstmals urkundlich erwähnt.

Da Gottfried Untervogt von St. Lambrecht war, nannte er die neue Burg "Vogtesperch". Die Babenbergerherzoge Leopold V und Leopold VI setzten den Ausbau der Anlage fort. Die von den Landesfürsten eingesetzten Burggrafen stammten aus verschiedenen Adelsfamilien, doch nannten sie sich meist nach der Burg.

Nach dem Tod des letzten Babenbergers, Herzog Friedrichs II, gelangte Obervoitsberg 1254 an seine Nichte Gertrud. Zwischen 1260 und 1278 lag eine Besatzung von böhmischen Söldnern in der Burg. Gertruds Tochter Agnes war mit Graf Ulrich von Heunburg verheiratet. Dieser übergab Voitsberg 1279 an König Rudolf I von Habsburg. Der sie wieder im gleichen Jahr an Graf Ulrich verpfändete. 1285 wurde die Herrschaft an Wulfing von Hanau verliehen. Seine Familie saß hier bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1420. Im 14. und 15. Jahrhundert ließen sie die Wehranlagen der neuen Waffentechnik anpassen. Von Grüna, der Tochter des letzten Hanauers, kam Obervoitsberg an ihren Gatten, Hans Laun von Haunstein.

Über seine Nichte Margareta gelangte die Burg 1458 an ihren Mann Andreas von Greißenegg. Dieser war an Andreas Baumkirchers Verschwörung gegen Kaiser Friedrich III beteiligt und wurde 1471 in Graz hingerichtet. Obervoitsberg wurde konfisziert und Hans Pirckh als Pfleger bestellt. 1485 wurde die Burg von den Ungarn besetzt. Ab 1500 wurde die Herrschaft meist verpfändet. Zu den wichtigsten Pfandherren gehörten Hans Geumann (1501), Christof von Racknitz (1505) sowie Otto von Ratmannsdorf (1560). Ende des 16. Jahrhunderts war die Burg bereits stark baufällig. Unter Franz Freiherr von Racknitz wurden die Schäden ab 1594 behoben und Obervoitsberg deutlich ausgebaut.

1609 wurde die Pfandherrschaft an Balthasar Leymann von Liebenau übergeben. 1622 verkaufte Kaiser Ferdinand II Obervoitsberg an den Freiherrn Balthasar von Thannhausen. Dieser gab es 1626 an Hans Sigmund Graf Wagensberg weiter, der es mit seinem Besitz Greißenegg vereinigte. Um 1760 diente die Burg nur mehr dem Landgericht. 1787 war sie bereits stark verfallen. Ein durch einen Blitzschlag verursachter Brand gab ihr 1798 den Rest. Da um 1802 räuberisches Gesindel in den verfallenen Mauern hauste, ließ man sie weitgehend abreißen und den Brunnen verschütten.

1877 mussten die Grafen Wagensberg Konkurs anmelden. Obervoitsberg gelangte zuerst an den Kohlegewerken Zang und von diesem an die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergwerksgesellschaft. Die Ruine wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts restauriert. 1910 gelangte sie in den Besitz der Stadt Voitsberg. Seit 1960 dient das Burggelände im Sommer als Theaterbühne für die Burghofspiele Voitsberg. Bei der Errichtung der Freilichtbühne und den dafür erforderlichen Adaptierungsmaßnahmen wurde wenig Rücksicht auf die ursprüngliche Bausubstanz genommen. 2003 wurde ein Teil der Ruine mit einer Überdachung versehen, die 2011 erweitert wurde.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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