Abtei Seckau


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Standort:  N 47°16.475  E 14°47.245
8732 Seckau, Nr. 1

Parkplatz: N 47°16.385  E 14°47.195
Parkplatz vor dem Stift

Gehzeit: 1 Minute


Besichtigung: die Basilika ist täglich von 6 bis 20 Uhr zugänglich

Links: www.abtei-seckau.at / www.seckau.at


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Der Name Seckau begegnet uns urkundlich erstmals 1142 in einer von Erzbischof Konrad I von Salzburg ausgestellten Urkunde. Damals wurde das Kloster, das 1140 als Augustiner-Chorherren-Stift durch Adalram von Waldegg in St. Marein gegründet wurde, nach Seckau verlegt. Die Gründung des Stifts und die Übertragung nach Seckau wurde von Papst Innozenz II auf Ansuchen des Erzbischofs Konrad I von Salzburg 1143 bestätigt.

Die Abteikirche, eine romanische Basilika, wurde von 1143 bis 1164 erbaut und noch 1164 eingeweiht. 1218 wurde nach Veranlassung von Papst Honorius III und Erzbischof Eberhard II von Salzburg in Seckau ein Bischofssitz eingerichtet, dessen Bistum jedoch nur eine geringe Ausdehnung hatte.

Es wurde die Vorhalle der Kirche vergrößert, um als Gerichtsort verwendet zu werden. Um 1270 wurde ein Urbar, ein Güterverzeichnis, angelegt. Unter Propst Wolfgang Schweiger (15871589) erfolgten der Umbau des Mitteltraktes des Klosterhauptgebäudes und der Bau des imposanten Spätrenaissance-Kreuzganges. Unter Propst Anton von Potiis entstanden zwischen 1625 und 1628 der mächtige Westflügel des Klosters. Dieses den ersten Stiftshof umschließende Gebäude im Spätrenaissancestil zeigt eine dreifache, 110 Meter lange Reihe von Arkaden, deren Pfeilern schmale Pilaster vorgesetzt sind. Die äußere Fassade ist einfach gehalten und wird nur durch die beiden in weißem Muschelkalk gearbeiteten Portale unterbrochen. Somit erhielt das Domstift einen wehrhaften Charakter mit ursprünglich vier Ecktürmen, von denen nur noch zwei (Nord- und Südturm) erhalten sind, und die Schutzwehrmauer mit den Schießscharten.

Ab 1658 wurden in Seckau folgende Baumaßnahmen durchgeführt. Umbau der östlichen Hälfte des Süd- und des Ostflügels des Klosters zu einem zweigeschossigen Bau, Umbau des Westflügels des Kreuzganges durch Aufstockung zwischen Kirche und Huldigungssaal und Bau der neuen Hoftaverne. Weiters ab 1671 Neugestaltung der Westfassade des Klosters und der Türme der Basilika. Die von Dompropst Maximilian beabsichtigte vollständige Barockisierung der romanischen Basilika unterblieb wegen der durch die ständige Türkengefahr beschränkten Geldmittel. Während des Besuches Kaiser Leopolds I erhielt der Ort 1160 das Marktrecht. Kaiser Joseph II löste 1782 das Kloster, das 642 Jahre als geistiges und religiöses Zentrum der Steiermark gedient hatte, auf. Der Bischofssitz wurde nach Graz verlegt. Anschließend verfielen die Gebäudeteile; der letzte Seckauer Domherr starb im Jahr 1835.

Aufgrund des Mausoleums und der darin bestatteten Habsburger wurde das Stift jedoch nicht geschleift. Neuer Eigentümer war zunächst der Staat, ab 1823 erwarb die Vordernberger Radmeister-Kommunität das Klosteranwesen. Diese war vor allem am Waldbesitz des Klosters interessiert. Während der Aufhebungszeit schritt der Verfall der gesamten Anlage schnell voran und das ehemalige Kloster verkam zur Ruine. Vom Verfall ausgenommen waren der Nordflügel, der Wohntrakt der Pfarrgeistlichkeit war, und der Westtrakt, in dem unter anderem die Post und eine Schule untergebracht waren. 1883 besiedelten Benediktiner der Erzabtei Beuron, die wegen des Kulturkampfs unter Reichskanzler Bismarck Deutschland verlassen mussten, das Kloster. Die Wiedereröffnung von "Neu-Seckau" fand am Tag Mariä Geburt 1883 statt.

100 Jahre nach der Auflösung und des Verfalls lebten wieder Mönche innerhalb der Klostermauern, die sich um den Wiederaufbau der Anlage kümmerten. Der Aufbau gestaltete sich jedoch schwierig, denn 1886 stürzte der marode Nordturm der Basilika ein, wegen der bestehenden Gefahr wurde der Südturm abgetragen. Von 1891 bis 1894 errichtete man die Westtürme im Stil der Neuromanik. Während des Aufbaus erhob Papst Leo XIII das Stift zur Abtei. Im Jahr 1940 wurde die Benediktinerabtei zum zweiten Mal vom Nazi-Regime aufgehoben. Nach der Rückkehr der Mönche 1945 entstand die Engelkapelle und in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts folgten umfangreiche Sanierungsarbeiten, so dass die Abtei heute wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Weitere Informationen: Wikipedia


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