Wehrkirche St. Oswald


stoswald_u_01.jpg

Standort:  N 47°32.450  E 14°53.385
8790 Eisenerz, Kirchenstiege 5

Parkplatz: N 47°32.495  E 14°53.405
vor dem Gasthof (Trofengbachgasse Nr. 2) parken

Gehzeit: 5 Minuten
Gehweg unter dem Gasthof zur Kirche

Besichtigung: teilw. frei zugänglich

Links: www.eisenerz.at


stoswald_u_00.jpg

Die Kirchenburg St. Oswald ist eine der größten und besterhaltenen Kirchenbefestigungen der Steiermark. Sie scheint 1288 erstmals urkundlich auf. Die Grundsteinlegung dürfte beim Besuch König Rudolf I von Habsburg 1279 erfolgt sein.

Vom ersten Kirchenbau haben sich keine Reste erhalten. König Friedrich III regte Mitte des 15. Jahrhunderts einen Neubau an. 1472 war der Chorbau vollendet und der Turm begonnen. Diese Anlage wurde bereits 1490 erweitert. 1512 wurde die Kirche geweiht und 20 Jahre später der Bau vollendet. Die Kirchenbefestigung entstand während der Türkeneinfälle in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ursprünglich waren Kirche und Friedhof von einer niedrigen Mauer umgeben.

1482
begannen auf kaiserlichen Befehl die Arbeiten an der Befestigung. Diese erste Befestigung hatte bereits den noch heute erkennbaren Verlauf, war aber deutlich niedriger und auch die Ecktürme fehlten. Nur die St. Johannes Kapelle war in die Verteidigung einbezogen. Die Verstärkung des Berings erfolgte nach und nach. Auch das große innere Nordtor und das Mesnerhaus kamen dazu. Als die Türken 1529 gegen Wien zogen, wurde die Kirche durch einen drei Meter tiefen Graben geschützt. Die St. Johannes Kapelle und der SW-Turm der noch später, vor allem seit 1607 als Zeughaus diente, wurden als Waffen- und Vorratskammern verwendet. Auf diese Zeit geht auch der Ausbau Maueranlage mit einem kleinen Vorwerk zurück. 1532 wurde ein Brunnen gegraben. 1534 wurde der Haupteingang vom Westportal auf des besser geschützte Nordportal verlegt.

1566 wurde der Wehrbau renoviert und das Kriegsgerät ergänzt. Die Rüstung galt damals nicht der Türkenabwehr sondern mehr der protestantischen Bürgerschaft als Zuflucht vor der Gegenreformation des steirischen Landesfürsten. Da diese Gefahr immer akuter zu werden schien wurde zwischen 1589 und 1599 die Befestigung erweitert. 1599 verschanzten sich die Protestanten in der kaum einnehmbaren Kirchenfestung. Erst mit großem Aufwand der landesfürstlichen Reformationskommission ergab sich die Besatzung des Tabors. Nur die neuerliche Türkengefahr hatte den Tabor damals vor der Schleifung bewahrt.

Weitere Informationen:


stoswald_01.jpg stoswald_02.jpg stoswald_03.jpg stoswald_04.jpg stoswald_05.jpg stoswald_06.jpg stoswald_07.jpg stoswald_08.jpg stoswald_09.jpg stoswald_10.jpg stoswald_11.jpg stoswald_12.jpg stoswald_13.jpg stoswald_14.jpg stoswald_15.jpg stoswald_16.jpg stoswald_17.jpg stoswald_18.jpg stoswald_19.jpg stoswald_20.jpg stoswald_21.jpg stoswald_22.jpg stoswald_23.jpg