Burgruine Ehrenberg


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Standort:  N 47°27.935  E 10°43.060
6600 Reutte, Ehenbichl

Parkplatz: N 47°27.910  E 10°43.235
Parkplatz der Burgenwelt Ehrenberg

Gehzeit: 20 Minuten
Beschilderter Weg von der Klause hinauf zur Ruine.
Rundweg: Klause - Schlosskopf - Ehrenberg - Hängebrücke - Fort Claudia - Klause

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.ehrenberg.at / www.reutte.com


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Die Burg Ehrenberg ist Teil einer der bedeutendsten Festungsanlagen Mitteleuropas und dürfte um 1290 unter Meinhard II von Görz-Tirol entstanden sein. 1296 wird die Veste als "Ernberch" erstmals erwähnt.

Als erster Gerichtsherr und Burghauptmann wurde 1296 Ritter Heinrich von Starkenberg bestellt. 1305 wurde die Burg erstmals als Grenzfestung erwähnt. 1317 hatte die Kernburg bereits ihre doppelte Größe erreicht. Sie war nie ein Adelssitz und von Anfang an landesfürstlich. 1314 verpfändete der Sohn Meinhards, Herzog Heinrich von Kärnten, das Gericht und die Burg an den Grafen Konrad von Kirchberg. Die Pfandschaft wurde jedoch 1317 wieder eingelöst und die Burgverwaltung an Heinrich von Starkenberg zurückgegeben.

Burg und Gericht wurden während des Spätmittelalters noch mehrmals verpfändet. 1354 ging der Pfandbesitz an Herzog Albrecht II von Österreich, der ihn 1362 wiederum an Conrad von Freyberg weitergab. 1365 löste der Österreicher das Pfand wieder ein. Nach mehreren weiteren Verpfändungen wie an Reinprecht V von Graben kam Ehrenberg schließlich an den Augsburger Kaufmann Georg Gossenbrot. Nach dessen Tod 1502 gelangte die Herrschaft 1523 über die Augsburger Familie Paumgartner an Gabriel Salamanca. Durch dessen Grausamkeit zwang die aufgebrachte Bevölkerung den Herzog das Pfand bereits 1525 wieder einzulösen.

1546 fielen die Truppen des Schmalkaldischen Bundes in Tirol ein. Am 11. Juli wurde die Klause eingenommen und die Burg am nächsten Tag übergeben. Im September gelang den Tirolern die Rückeroberung. Hierzu wurden auf dem Falkenberg Geschütze postiert und die Burg sturmreif geschossen. Der protestantischen Besatzung gelang die Flucht zurück ins Allgäu. Die Beseitigung angerichteten der Schäden dauerte bis 1551. Moritz von Sachsen fiel 1552 über Füssen in Tirol ein, konnte die Burg aber nicht einnehmen.

1601 verlegte der Pfleger seinen Sitz hinunter nach Reutte. Kurz danach erkannte man jedoch den strategischen Wert der Grenzburg Ehrenberg als Passsperre. Erzherzog Maximilian veranlasste zwischen 1607 und 1609 große Umbauten an den Befestigungsanlagen. Als schließlich 1632 (Dreißigjähriger Krieg) das protestantische Heer ins Land einzufallen drohte, wurden rasch weitere Ausbauten vorgenommen und die Burg Ehrenberg mit Vorwerken verstärkt. Über 6000 Soldaten griffen die Ehrenberger Klause an, konnten aber von den Tirolern zurückgeschlagen werden. Claudia von Medici, die Witwe Erzherzog Leopolds V, ließ ab 1639 das Fort Claudia auf dem Falkenberg errichten.

Im Spanischen Erbfolgekrieg gelang dem Bayerischen Kurfürsten 1703 die Eroberung Ehrenbergs. Die Österreicher konnten die Festung einen Monat später zurückerobern. Die österreichische Regierung begann anschließend mit dem Bau einer großen Festung (1726 bis 1741) auf dem Schlosskopf. Die neue Festung musste ihre Tauglichkeit allerdings nie mehr beweisen. 1782 wurden alle Tiroler Festungen bis auf Kufstein aufgelassen. Das Festungssystem wurde als Steinbruch verkauft und ausgeschlachtet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Ruine vom Industriellen Heinrich Schoener erworben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurde vom Verein "Rettet Ehrenberg" Erhaltungsmaßnahmen getroffen und der Verfall des riesigen Festungsensembles gestoppt.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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