Burgruine Heinfels


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Standort:  N 46°45.065  E 12°26.375
9919 Heinfels, Panzendorf 1

Parkplatz: N 46°45.030  E 12°26.320
vor der Kirche unter der Ruine parken

Gehzeit: 5 Minuten
Weg hinter dem Friedhof hinauf zur Ruine

Besichtigung: nur von außen möglich

Links: www.heinfels.at


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Im Jahr 1239 wird ein "Otto Welf de Hunenvelse" erwähnt, womit auch die Burg erstmals in Erscheinung tritt. Er gehörte den Herren von Welfsperg an, einer alten Ministerialenfamilie der Bischöfe von Freising.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stand die Burg unter der Oberhoheit des Grafen und späteren Tiroler Landesfürsten Meinhard II. Von 1275 bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1500 betrachteten die Görzer Grafen Heinfels als ihren wichtigsten militärischen Stützpunkt im Hochpustertal. Folgerichtig wurde es von ihnen nie als Lehen oder Pfandbesitz vergeben, sondern von Pflegern verwaltet. Mit dem Erlöschen der Görzer Grafen fiel Heinfels 1500 aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1394 an Kaiser Maximilian I.

Er verpfändete es im gleichen Jahr dem Brixner Bischof Melchior von Meckau. Tatsächlich wurde die Herrschaft aber erst 1507 nach dem Tod des Burgverwalters Virgil von Graben an das Bistum übergeben. Die Burg wurde 1525 von aufständischen Bauern vorübergehend besetzt. Im nächsten Jahr konnte der Pfleger Haimeran von Rain einen neuerlichen Angriff des Bauernheeres unter Michael Gaismair abwehren. Aufgrund der latenten Türkengefahr wurden die Verteidigungseinrichtungen der Burg während des 16. Jahrhunderts gut in Schuss gehalten. 1570 lösten die Tiroler Landesfürsten die Pfandherrschaft Brixens wieder ein. Nach wenigen Jahren übernahm das Bistum aber die Herrschaft neuerlich pfandweise. 1593 kam es zu größeren Bauarbeiten, die der Burg weitgehend ihr heutiges Aussehen gaben.

1612 nahm der Landesfürst Maximilian III Heinfels wieder zurück und übergab sie Engelhard Dietrich von Wolkenstein-Trostburg. Kurz danach wurde die Burg durch einen Brand schwer beschädigt, aber bald wieder instand gesetzt. Nach dem Konkurs der Pfandinhaber übernahm das Königliche Damenstift in Hall die Herrschaft 1629 pfandweise und 1654 schließlich durch Kauf. Seine Verwalter hielten sich aber mit Investitionen zurück, so dass die Burg bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts in einem sehr schlechten Zustand war. Ein Erdbeben hatte 1714 weitere Schäden verursacht. Kaiser Josef II löste 1783 das Damenstift auf, wodurch Heinfels in staatliche Verwaltung übergingen.

1833 wurde die nun leer stehende Burg an die Gemeinden des Landgerichtes Heinfels verkauft. 1880 zog eine Kompanie der Tiroler Kaiserjäger ein. Damit war ihr endgültiger Niedergang besiegelt. 1930 wurden die spätgotischen Fresken der Burgkapelle gerettet. 1932 stürzte die westliche Giebelwand des Wohnturms ein. 1936 wurde Heinfels versteigert und kam an den Kaufmann Alois Stadlbaumer aus Sillian, der mit bescheidenen Mitteln versuchte, den weiteren Verfall zu stoppen. Er vermachte 1974 die Halbruine dem Jesuitenkolleg in Innsbruck, das Heinfels dem Wiener Rechtsanwalt Dr. Max Villgrattner schenkte. Dieser bemüht sich seither um eine Erhaltung der noch vorhandenen Substanz. Heute ist die Burg im Besitz der Firma Loacker AG.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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