Burgruine Kienburg


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Standort:  N 46°55.145  E 12°36.015
9971 Matrei in Osttirol

Parkplatz: N 46°55.310 E 12°35.865
Parkplatz an der Kienburg Landesstraße

Gehzeit: 10 Minuten
kleiner Weg über der Straße durch den Wald zur Ruine

Besichtigung: nur von außen möglich (Einsturzgefahr)

Links: www.matrei-ost.tirol.gv.at


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Erstmals erwähnt wird die Burg in einer Urkunde um 1184 in der ein "Chuno de Chienburch" aufscheint. Er dürfte ein Dienstmann der Grafen von Lechsgemünd gewesen sein, die ihm die Kienburg als Lehen überlassen hatten. Die Erbauung der Burg dürfte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erfolgt sein.

Die kleine Burg hatte keine repräsentativen Aufgaben, war aber strategisch sehr wertvoll. Diese wichtige Position hatte im 13. Jahrhundert in den Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Görz und dem Hochstift Salzburg große Bedeutung. Im Frieden von Lieserhofen wurde 1252 vereinbart, dass die Kienburg, die damals Otto und Weriand von Matrei gehörte, unter die Oberherrschaft Salzburgs kam.

Die Kämpfe flammten aber bald wieder auf. Erst 1285 verzichteten Ulrich und Heinrich auf ihre angeblichen Besitzrechte. 1292 gab auch Graf Albert von Görz seine Ansprüche auf. Salzburg ließ die Burg meist von Burggrafen verwalten, zu denen Pilgrim von Matrei (1338) und Jakob von Rotenstein (1379) gehörten. Als zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Burggrafen von Lienz als Geldgeber für die Salzburger Erzbischöfe auftraten, wurde ihnen 1404 die Kienburg als Pfandbesitz übergeben. Hugo, Burggraf von Lienz, wollte sie nicht mehr zurückgeben und musste 1439 durch ein Urteil dazu gezwungen werden. Danach wurde sie wieder von angestellten Pflegern Salzburgs verwaltet. Der letzte Burggraf, Christof von Kienburg, zog 1513 aus dem Gebäude aus.

Im 16. Jahrhundert wurde die Kienburg mit dazugehörenden Gut verpachtet und von einem Bestandsmeier bewirtschaftet. Letzterer war der einzige ständige Bewohner der Burg. 1579 kam es zu einem verheerenden Brand, der praktisch alle Holzbauten vernichtete. Danach wurde nur mehr der steinerne Wohnturm im Westen notdürftig instand gesetzt, um dem Bestandsmeier eine Wohnmöglichkeit zu sichern. Um 1660 waren die Schäden an den Gebäuden und Mauern bereits so arg, dass für den Bestandsmeier unterhalb der Burg ein neues Haus samt Wirtschaftsgebäude errichtet wurde und man die Kienburg dem weiteren Verfall überlies. 1769 waren bereits Teile eingestürzt.

1825 erwarb Peter Berger vom österreichischen Staat, der nach der Säkularisierung des Erzstiftes 1803 dessen Grundbesitz übernommen hatte, das Gut und damit auch die Ruine. Im Zweiten Weltkrieg stürzte eine ungezielt abgeworfene amerikanische Fliegerbombe direkt in den hochmittelalterlichen Wohntrakt und richtete schwere Schäden an. Seit 1998 finden unter der Aufsicht des Bundesdenkmalamtes Konservierungsarbeiten und archäologische Grabungen statt. Die Ruine gehört seit 1936 der Familie Stocker.

Weitere Informationen: Burgen Austria / Burgenseite


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