Schloss Lengberg


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Standort:  N 46°47.820  E 12°53.505
9782 Nikolsdorf, Lengberg 1

Parkplatz: N 46°47.840  E 12°53.535
Parkplatz vor dem Schloss

Gehzeit: 0 Minuten


Besichtigung: nur von außen möglich

Links: www.nikolsdorf.at


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In einer 1190 in Lengenberch ausgestellten Urkunde wird eine Schenkung des Grafen Heinrich von Lechsgemünd an das Kloster Viktring bestätigt. Bei den hier als Zeugen aufscheinenden Caloth und Otto von Lengenberch handelt es sich um Ministeriale der Grafen von Lechsgemünd.

1207 verkaufte Heinrich von Lechsgemünd seinen gesamten Besitz dem Erzbischof Eberhard von Salzburg. Als Verwalter der Burg Lengberg wurden nun verschiedene Kleinadelige bestellt. 1278 wurde Konrad von Walchenstein mit Lengberg belehnt. 1322 kämpfte Matthias von Flaschberg an der Seite des Salzburger Erzbischofs in der Schlacht bei Mühlberg. Als Dank erhielt sein Vater Kolo Burg und Gericht Lengberg als Pfandbesitz.

In den nächsten 150 Jahren wechselten sich mehrere Adelsfamilien in der Pflege der Burg ab. Als Virgil von Graben 1480 dieses Amt ausübte, ließ er die Burg schlossartig ausbauen. Nach Virgils Tod wechselten die Pfleger relativ häufig, was dem Wehrbau nicht förderlich war. Im 17. Jahrhundert waren daher bereits umfangreiche Restaurierungsarbeiten nötig. Vor allem das Erdbeben von 1690 richtete große Schäden an. Im 18. Jahrhundert wurden große Summen in den Ausbau der Burg, die sich mehr und mehr in ein Schloss verwandelte, investiert. Der Pfleger Franz Getzinger zog 1773 in den heutigen Getzenhof. Das Gericht verblieb aber vorerst im Schloss. 1816 wurde dieses in das Landgericht Lienz integriert. Die nun unbewohnte Burg wurde vom österreichischen Staat, der sie vom Erzbistum Salzburg nach dessen Säkularisierung im Jahr 1803 übernommen hatte, öffentlich versteigert. Den Zuschlag erhielt der Tischlermeister Johann Steiner aus Kals. Sein Enkel Sebastian verkaufte Lengberg 1910 an die Familie Clement.

Zwischen 1913 und 1921 gehörte die Burg den Grafen Lodron aus Gmünd. Danach erwarb sie der Amsterdamer Bankier Paul May. 1938 wurde der Besitz vom Deutschen Reich beschlagnahmt und in der Folge als Kinderheim und dann als Sanatorium für verwundete Soldaten benutzt. 1945 requirierte die englische Besatzungsmacht das Schloss. Nach dem Staatsvertrag erhielt die Familie May 1955 das mittlerweile heruntergekommene Gebäude wieder zurück. 1956 erwarb das Land Tirol das Schloss, das nach entsprechenden Sanierungen der Betreuung von Kindern und Jugendlichen dient. Das Erdbeben im Jahr 1976 führte zu starken Beschädigungen am Gebäude, so dass erneut Renovierungsarbeiten und Adaptierungen durchgeführt werden mussten. 2008 startete schließlich die vom Land Tirol finanzierte Generalsanierung.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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