Stadtbefestigung Lienz


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Standort:  N 46°49.825  E 12°46.240
9900 Lienz

Parkplatz: N 46°49.855  E 12°46.125
am rechten Iselweg parken

Gehzeit: 15 Minuten
der Stadtmauer entlang

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.stadt-lienz.at / www.stadt-lienz.at


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Lienz wurde erstmals in einer Urkunde, die zwischen 1022 und 1039 ausgestellt worden ist, als "locus Luenzina" erwähnt. Im 11. Jahrhundert nennen die Brixner Traditionsbücher im Lienzer Raum bereits mehr als 20 Grundherren, zu denen Kirchen, Grafen und Ministerialen gehörten.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts gründeten die Meinhardiner hier ein "Burgum" mit dem Grundriss in Form eines sich verjüngenden, langgezogenen Dreiecks. Diese Anlage entspricht mehr oder weniger dem heutigen Hauptplatz. War Lienz zunächst eine ritterständische Ansiedlung gewesen, in der vor allem ritterliche Dienstmannen (Ministerialen) lebten, so werden in einer Urkunde aus dem Jahr 1237 erstmals auch Lienzer Bürger erwähnt.

Neben den Ministerialen gehörten zu den Bewohnern von Lienz nun auch Handelsleute und Handwerker, wobei die nun als Görzer Grafen auftretenden Meinhardiner diese Entwicklung förderten, da sie aus Handel und Handwerk beträchtliche Abgaben einheben konnten. In der Folge wuchs Lienz zu einer mittelalterlichen Stadt heran, wobei der Status von Lienz als Stadt erstmals aus dem Jahr 1242 urkundlich als "in civitate Luancen" belegt ist. Im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts ließen die Görzer Grafen Schloss Bruck errichten, womit sie ihre Machtzentrale von Patriasdorf an den Schlossberg verlegten.

Die florierende Wirtschaft machte bald eine Erweiterung der Stadt notwendig, wobei zwischen 1311 und etwa 1320 die Stadtmauer nach Westen verschoben wurde. Nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1444 war Lienz Ende des 15. Jahrhunderts erneut von Zerstörungen, diesmal durch das nahe osmanische Heer bedroht. Die Görzer Grafen initiierten daher den Bau einer neuen Stadtmauer, die nun auch die Vorstädte umfasste und im Norden bis knapp an die Isel reichte. Mit dem Tod von Graf Leonhard am 12. April 1500 erlosch die Linie der Görzer, woraufhin der Besitz an Maximilian I fiel, der seit 1490 auch Landesfürst von Tirol gewesen war.

Maximilian I verfügte 1501 schließlich den Anschluss der Herrschaft Lienz mit dem Pustertal an Tirol. Aus Geldmangel verkaufte er jedoch bereits im August 1501 die Herrschaft Lienz an Michael von Wolkenstein-Rodenegg. Dieser kam so in den Besitz der umliegenden Landgerichte sowie der Stadt Lienz und Schloss Bruck selbst. 1642 musste Johann von Wolkensteiner-Rodenegg Schloss Bruck mit der Herrschaft Lienz wieder dem Landesfürsten überlassen. Daraufhin wurde die Herrschaft 1653 an das Haller Damenstift verpfändet.

Nachdem sich das Stadtbild von Lienz im laufe der Jahrhunderte veränderte, wurden um 1815 große Teile der Stadtmauer, insbesondere die Stadttore, der Reihe nach abgebrochen. Heute sind nur noch Teile der ehemaligen Stadtbefestigung vorhanden. Von der ältesten Stadtmauer des 13. Jahrhunderts hat sich ein Teil neben dem St.-Antonius-Kirchlein erhalten. Auch in anderen Bereichen der Stadt sind noch Teile der Mauer vorhanden.

Weitere Informationen:


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