Lienzer Klause


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Standort:   N 46°47.710  E 12°43.360
9909 Leisach, Burgfrieden 5

Parkplatz: N 46°47.745  E 12°43.450
kleiner Parkplatz bei der Kapelle vor der Klause

Gehzeit: 1 Minute
Straße zur Klause

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.leisach.tirol.gv.at


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Vorläufer der Lienzer Klause war die dem Hochstift Brixen gehörige Neuenburg. Sie lag im Grenzgebiet zur Herrschaft der Grafen von Görz und musste auf deren Druck im 13. Jahrhundert aufgegeben werden. Mittlerweile ist sie völlig verschwunden.

Um ihr Territorium weiterhin vor den benachbarten Görzer Grafen zu schützen, errichteten die Brixner Bischöfe am östlichen Ausgang des Pustertales kurz vor 1240 eine befestigte Talsperre. 1253 wurde sie als „clausura lunzenensis“ urkundlich erwähnt. 1307 befand sie sich in Görzer Besitz, hatte aber ihre strategische Bedeutung weitgehend eingebüßt. Seit dem 14. Jahrhundert war die Klause Sitz eines kleinen Gerichtes. Um 1460 ließ Graf Leonhard von Görz die Klause ausbauen.

Auch Kaiser Maximilian I, der die Görzer in Tirol beerbte, ließ die Festungswerke verstärken. Ab 1661 waren die Türken wieder auf dem Vormarsch. Die Baumeister Christoph und Elias Gump bauten die Klause daraufhin nach den neuesten Erkenntnissen der Festungsbaukunst aus. Nach der Beruhigung der militärischen Lage wurde die Talsperre nur noch von wenigen Soldaten bewacht. 1703 kam es zu einem Brand, bei dem vor allem das Pfleghaus zerstört wurde. Als in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts die durch die Klause führende Landstraße ins Tal verlegt wurde, hatte die Sperre ihre Bedeutung verloren. 1788 erwarben zwei Bauern aus dem benachbarten Ort Burgfrieden die Klause. 1806 wurde auch das Gericht aufgehoben und nach Lienz verlegt.

Die Klause war bisher nie von feindlichen Truppen angegriffen worden, doch 1809 gelang es den aufständischen Tirolern hier französische Truppen zurückzuwerfen, die in das Pustertal vorrücken wollten. Andreas Hofer hatte dadurch Zeit gewonnen, um die entscheidende Schlacht am Berg Isel vorzubereiten. Die Franzosen mussten Tirol wieder räumen.

Im Jahr 1879 erwarb Franz Huber die Klause. Er wollte anfangs die Festung abreißen und deren Steine verkaufen, doch die Klause wurde unter Denkmalschutz gestellt. Anfang des 20. Jahrhunderts begann man mit Renovierungsarbeiten, die in den 60er Jahren verstärkt fortgesetzt wurden. Dennoch stürzte 2002 der südliche und westliche Teil des Pulverturmes ein. Die Lienzer Klause ist derzeit im Besitz von Anton Huber, der sich sehr um die Erhaltung der Ruine bemüht und mittlerweile auch von Denkmalamt dafür ausgezeichnet wurde.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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