Burg St. Petersberg


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Standort:  N 47°15.320  E 10°54.555
6424 Silz, Sankt Petersberg 60

Parkplatz: N 47°15.300  E 10°54.725
Parkmöglichkeit vor der Burg, Zufahrt auf Anfrage möglich

Gehzeit: 1 Minute


Besichtigung: nur von außen möglich

Links:


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Die Frühgeschichte der Burg liegt weitgehend im Dunkeln. Sie dürfte ursprünglich Hausgut oder Reichslehen der Welfen gewesen sein. Vor 1212 saßen hier die Grafen von Ronsberg und dann jene von Eppan-Ulten. In einer Urkunde des Ulrich von Ulten wird der Petersberg 1244 als "castrum meum novo domus" erwähnt.

1263 scheint die Feste erstmals unter ihrem heutigen Namen als "castrum in monte sancti petri in valle Eni" auf. 1263 übergab sie Konradin, der letzte Hohenstaufer, seinem Onkel, dem Herzog Ludwig von Bayern, der sie 1267 an seinen Schwager Graf Meinhard II von Görz–Tirol verkaufte und damit landesfürstlich wurde. Allerdings wurde die Feste meist in Pflege oder als Pfand vergeben. Von 1287 bis 1338 erfolgten größere Um- und Neubauten.

1353 zählte die Burg zum Witwengut der Margarethe Maultasch. Herzog Friedrich IV verlieh sie 1407 an Hans und Ulrich von Freundsberg. 1486 verließen die Freundsberger Tirol. Danach ließen sie St. Petersberg von Pflegern verwalten. Als Georg von Freundsberg 1586 als letzter seiner Familie starb, zog Erzherzog Ferdinand das erledigte Lehen ein und übergab es vorerst seinem Sohn Andreas. Zwischen 1619 und 1628 war die Burg an Maria Fugger und deren Söhne verpfändet. Danach war sie wieder landesfürstlich und wurde von Jakob Stöckl als Pfleger betreut. Die Einnahmen aus der Herrschaft standen zwischen 1640 und 1650 dem Kanzler von Tirol, Wilhelm Bienner, zu. Danach wurde diese an die Familie Aldringen verpfändet.

1777 verkaufte Carl von Clary-Aldringen seinen Pfandbesitz an seinen Schwager Theodor Peregrin Graf Wolkenstein-Rodenegg. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Petersberg stark vernachlässigt. Der nicht mehr bewohnte Palas stürzte um 1827 teilweise ein. Anlässlich einer Doppelhochzeit im Hause Wolkenstein brannte 1857 die Burg größtenteils aus. Die nötigsten Wiederherstellungsarbeiten wurden zwar durchgeführt, zu einer größeren Sanierung kam es aber erst nach 1868, als es Arthur Graf Wolkenstein gelungen war, den bisherigen Pfandbesitz in sein Eigentum umzuwandeln.

Nachdem die Familie Wolkenstein gegen Ende des 19. Jahrhunderts in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, erwarb Kaiser Franz Josef 1893 die Anlage und ließ sie Renovieren. Im Ersten Weltkrieg diente der Petersberg als Lazarett. In der Nachkriegszeit waren italienische Besatzungstruppen einquartiert. Nach dem Tod von Kaiser Franz Josef hatte Erzherzogin Valerie das Erbe angetreten. Sie schenkte die Burg 1919 ihrer Tochter Hedwig und deren Gatten Graf Stolberg. Um eine drohende Enteignung zu vermeiden, verpachtete dieser den Petersberg dem Bund Neuland, der hier ein Kulturzentrum einrichtete. 1938 wurde die Burg von der Hitler-Jugend gestürmt und die Bewohner vertrieben. Nach einer kurzen Verwendung als Jugendheim diente der Petersberg ab 1943 als Bergungsort für Tiroler Museen und das Landesarchiv.

1965 verkaufte Graf Stolberg die Anlage an die Schutzengelbruderschaft. Der auch als Engelwerk bekannte Orden ließ die bereits teilweise ruinöse Anlage ab 1969 restaurieren und zu einem Ordenshaus umbauen.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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