Burgruine Thaur


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Standort:  N 47°18.070  E 11°27.950
6065 Thaur

Parkplatz: N 47°18.045  E 11°28.295
kleiner Parkplatz vorm Wanderweg zu den Ruinen

Gehzeit: 15 Minuten
den markierten Wanderweg zur Ruine folgen (Google Earth)

Besichtigung: frei zugänglich

Links: www.geschichte-tirol.com


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Der genaue Zeitpunkt der Errichtung der Burg ist nicht bekannt, doch dürfte dieser gegen Ende des 12. Jahrhunderts anzusetzen sein. Bauherren dürften die Grafen von Andechs gewesen sein. Burg und Saline Thaur scheinen 1232 erstmals urkundlich auf. Sie befanden sich damals im Besitz des Grafen Albert III von Tirol.

Nach Alberts Tod erbte sein Schwiegersohn, Graf Gebhard von Hirschberg, das Inntal. 1284 übernahm Graf Meinhard II von Görz den tirolischen Besitz der Hirschberger. Thaur dürfte aber schon einige Jahre zuvor unter seinen Einfluss gekommen sein. Der hier sitzende Heinrich von Thaur war mit einer unehelichen Tochter Meinhards verheiratet. Thaur blieb bis zu seinem Verfall immer landesfürstlich und fungierte als Gerichtssitz.

1305 wurde der Wohntrakt der Burg erneuert. Seit 1314 scheinen die Kämmerer von Thaur als eigenständige Familie auf. Sie stellten die Burggrafen von Thaur, übten aber das Kämmereramt nicht mehr aus. Ab 1340 wurde Thaur durch die Landesfürsten häufig verpfändet. Da sich der Pfandherr Hans von Ems 1423 dem gegen Herzog Friedrich IV gerichteten Adelsbund anschloss, löste dieser die Pfandherrschaft wieder ein. Sowohl Sigmund als auch Kaiser Maximilian I nützten die Burg als Jagdschloss. Beide investierten relativ hohe Summen in ihren Ausbau, wobei bereits großer Wert auf deren Komfort gelegt wurde. Auf Thaur wurden nun meist Pfleger eingesetzt, die aber gewöhnlich nur wenige Jahre ihr Amt ausübten.

1511 wurde die Herrschaft an die Stadt Hall verpfändet. Vier Jahre später war Margarete von Edelsheim, eine illegitime Tochter Kaiser Maximilians, Burgherrin. Ihr zweiter Gatte, Graf Ludwig Helfrich zu Helfenstein, übergab die Pfandherrschaft für neun Jahre wieder an die Stadt Hall. 1525 brach ein von rebellierenden Bauern verursachter Brand in der Burg aus, der große Schäden verursachte. 1537 brannte die Geschützkammer aus und musste bis 1542 neu eingerichtet werden. Nachdem bereits 1550 die Schlossbrücke eingestürzt war, brach 1578 das Küchengewölbe zusammen. Auch die gesamte Ringmauer war bereits baufällig. Anna Katharina Gonzaga von Mantua war die letzte fürstliche Person, die 1592 zumindest kurzzeitig hier wohnte und einige Reparaturarbeiten vornehmen ließ. Bald danach wurde das Burgschloss endgültig dem Verfall überlassen.

Seit 1616 wohnten auch die Pfleger nicht mehr hier. Das Gefängnis blieb aber bis 1684 in Verwendung. Eine Erdbebenserie im Sommer 1670 machte die Burg weitgehend zur Ruine. Die Herrschaft Thaur wurde im 17. Jahrhundert an häufig wechselnde Pfandherren vergeben. Der letzte von ihnen, Franz Andre Wenzel von Sternbach, erhielt 1744 die Herrschaft als Lehen. 1967 erwarb Dr. Bernhard von Liphart den Grundbesitz mit der Ruine. Sie gehört ihm noch heute. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts veranlasste die Thaurer Schützenkompanie die Sicherung der noch vorhandenen Mauerreste. Seither werden diese gepflegt.

Weitere Informationen: Burgen Austria / Burgenseite


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