Schloss Tratzberg


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Standort:  N 47°23.100  E 11°44.570
6135 Stans, Tratzberg 1

Parkplatz: N 47°22.935  E 11°44.370
Parkplatz vom Schloss

Gehzeit: 10 Minuten
den beschrifteten Weg zum Schloss folgen

Besichtigung: vom 31. März bis 01. November täglich von 10 bis 16 Uhr, im Juli und August bis 17 Uhr

Links: www.schloss-tratzberg.at


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Bereits im 13. Jahrhundert befand sich hier eine Befestigung der Grafen von Tirol-Görz. Das landesfürstliche "castrum Tratzperch" hatte die Aufgabe, die Klause zwischen dem Inn und der Stanser Jochwand zu kontrollieren und das Inntal gegen Bayern hin zu sichern.

Wie der bayrische Geschichtsschreiber Aventin um 1517 berichtet, fiel Pfalzgraf Rudolf von Bayern 1294 in Tirol ein und zerstörte dabei eine "Trasobergamum" genannte Befestigung. Möglicherweise war damit aber nur die Talsperre gemeint. Graf Meinhard II begann jedenfalls 1295 mit dem Neubau einer Burg. Im Raitbuch des Grafen wird erwähnt, das seit 1296 Sighard Cholb als Pfleger auf Tratzberg eingesetzt war.

1310 übernahm Seyfried von Rottenburg die Burgaufsicht. 1346 fiel Tratzberg als Pfandbesitz an die Freundsberger, die es bis 1407 besaßen. Danach behielten die von Margarethe Maultasch als Tiroler Landesfürsten anerkannten Erzherzöge von Österreich Tratzberg in eigener Verwaltung und setzten Pfleger ein. Gelegentlich wurde die Burg auch verpfändet. 1410 verhinderten hier Innsbrucker und Haller Bürger das Eindringen bayerischer Truppen, die den rebellierenden Heinrich von Rottenburg unterstützen wollten. Erzherzog Sigmund der Münzreiche ließ die Burg 1462 ausbauen und durch eine neue Talsperre ergänzen. Im Winter 1490/91 brannte die Burg durch Unachtsamkeit des Pflegers Sanazeller bis auf die Grundmauern nieder.

König Maximilian I überließ die Ruine 1499, im Tausch gegen Berneck, den Gewerken Veit-Jakob und Simon Tänzl. Sie haben zwischen 1500 und 1515 einen Neubau, noch in den Formen der Spätgotik, errichten lassen. Sie schufen die talseitige Front, den Osttrakt und den Torbau. Bei der Errichtung des Schlosses standen eindeutig die Wohnbedürfnisse im Vordergrund. Auch in den folgenden Jahren wurden größere Bauarbeiten durchgeführt. Mit dem Tod von Simon Tänzl kamen sie 1525 jedenfalls zum Stillstand. 1552 hatten die Tänzls finanzielle Probleme. Sie mussten ihre Tiroler Besitzungen an Mathias Manlich veräußern.

Manlich verkaufte Tratzberg schon zwei Jahre später an seinen Vetter Georg Ritter von Ilsung. Dieser baute von 1560 bis 1571 den West- und den Nordflügel, so dass der heutige Viereckbau entstand. Jakob Fugger heiratete 1570 Anna Ilsung und erbte 1589 Tratzberg. 1657 verkaufte Leopold Fugger das Schloss an Konstantin Imhoff und dessen Tante Barbara Filin. Imhoffs Tochter, Maria Elisabeth, heiratete Franz Rudolf von der Halden. Er ließ das Schloss von Geistlichen verwalten.

1689 zerstörte eine Schneelawine die bergseitigen Dächer. Im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges fielen die Bayern 1703 in Tirol ein. Die Schäden, die das Schloss dabei erlitt, wurden später nur notdürftig repariert. 1731 erwarb Josef Ignaz Reichsfreiherr von Tannenberg die Herrschaft. Als 1809 die mit Napoleon verbündeten Bayern und Sachsen Tirol besetzten, kam es am Schloss neuerlich zu größeren Schäden. Durch die Heirat mit der Gräfin Ottilia von Tannenberg kam Franz III Graf Enzenberg 1847 in den Besitz des bereits ziemlich verwahrlosten Tratzbergs. Er ließ es bis 1879 komplett wiederherstellen. Seine Nachkommen besitzen und bewohnen das Schloss noch heute. Derzeitiger Eigentümer ist seit 1992 Ulrich Graf Goess-Enzenberg.

Weitere Informationen: Burgen Austria


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